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18.02.2012

150 Teilnehmer bei Trauermarsch für die Opfer des alliierten Bombenterrors vom 13. Februar 1945 in Dresden und 21. Februar 1945 in Worms
Freie und parteigebundene Aktivisten aus dem Rhein-Main Gebiet, Rheinhessen, Südhessen, dem Kraichgau, aus dem Raum Karlsruhe, der Pfalz, vom Donnersberg sowie aus der Rhein-Neckar Region starteten am 9. Februar ihre Aktionswoche im Zuge der diesjährigen Dresden-Kampagne des Aktionsbündnisses gegen das Vergessen. Mit verschiedenen Aktionsformen und Werbemitteln machten die Aktivisten der genannten Regionen auf die Opfer des alliierten Bombenterrors im 2. Weltkrieg aufmerksam. Im alliierten Bombenhagel von Dresden mussten am 13. und 14. Februar 1945 ca. 300.000 Deutsche ihr Leben lassen. Den Höhepunkt der Aktionstage bildete der Trauermarsch am 18. Februar 2012 in Worms.
Video vom SWR vom 18.02.2012
Video der Wormser Zeitung
340 Bomber griffen unter dem Decknamen „Char“ am 21. Februar 1945 Worms an. Um 20:27 Uhr begann das alliierte Kommando mit der Vernichtung der

Innenstadt. Innerhalb von nur 20min verwandelten die Terrorbomber die eng bebauten Straßenzüge in ein riesiges, weithin sichtbares Flammenmeer. Abgeworfen wurden 23 schwere Luftmienen, Cookies genannt, die mit ihrer ungeheuren Sprengwirkung und Gasschlagwirkung vor allem Dächer abdeckten und damit die Vorarbeit für die folgenden Brandbomben leisteten. Rund 360 Tonnen Sprengbomben regneten auf Worms, hinzu kamen 575 Tonnen Brandbomben, verteilt auf 382.740 einzelne, je 1,879 kg schwere Stabbrandbomben, die den Stadtkern zielgenau trafen. Die Trefferquote lag bei 70%. Aus vielen hunderten Einzelbränden entstand im Nu ein Flächendeckendes Flammenmeer, das eine ungeheure, alles Leben vernichtende Hitze verbreitete. Nach Vollendung ihres Terrorangriffs drehten die Bomberverbände nach Norden ab und flogen dann über Oppenheim nach Westen zu ihren Ausgangspunkt.

Zurück ließen sie ein noch in 90 Meilen Entfernung sichtbares Flammenmeer, welches stundenlang den Himmel über der Nibelungenstadt blutrot einfärbte. Neben der fast völligen Zerstörung der Wormser Innenstadt mit seinen zahlreichen kulturhistorisch wertvollen Bauten, fielen dem Terrorangriff 239 Menschen zum Opfer. Diese Frauen und Männer liegen auf dem städtischen Friedhof „Hochheimer Höhe“ in einem Ehrenhain würdevoll begraben. Weiterhin hinterließ der Bombenangriff auf Worms vom 21. Februar 15.000 Obdachlose. Darunter Hunderte von Kindern.
Am 18. März 1945 erfolgte ein weiterer schwerer Bombenangriff auf Worms, dem 141 Menschen zum Opfer fielen und den Rest innerstädtischen Lebens völlig zerstörten.

Der Stadt Worms kam die Anmeldung eines nationalen Trauermarschs durch die Nibelungenstadt alles andere als gelegen. Wollte man doch
am 18. Februar vielmehr nach dem Motto „Wir feiern unseren Untergang“ Straßenfastnacht in Worms zelebrieren. Nachdem der Versuch scheiterte, den Anmelder zu einer Verschiebung des Trauermarschs bzw. zu einer reinen stationären Kundgebung zu bewegen, sprach man sehr spät (16.02.2012) ein Verbot der Veranstaltung aus. Ziel der Stadt Worms war es laut Wormser Zeitung, dem Anmelder möglichst wenig Zeit für ein juristisches Anfechten des Verbotes zu geben. Dabei verschwieg die Wormser Ordnungsbehörde gegenüber dem Gericht völlig, daß vom Anmelder eine Alternativroute im Wormser Westend angeboten wurde, um keine Berührungspunkte zu den feiernden Narren entstehen zu lassen. Das Mainzer Verwaltungsgericht genehmigte am Freitag die Alternativstrecke durchs Westend und rügte die Stadt Worms scharf bzgl. ihres Verhaltens.
In den letzten Tagen vor dem Trauermarsch regte sich Widerstand in linken Kreisen in Rheinhessen und so mobilisierten sämtliche Systemkräfte von Verdi, Antifa, Blockparteien, Kirche und Stadt zu einer Gegenkundgebung vor dem Wormser Hauptbahnhof. Anstatt der 700-800 erwarteten Teilnehmer fanden lediglich, wohlwollend geschätzt, 150 Gutmenschen den Weg zur Kundgebung und durften OB Kissel lauschen.
Am Freitag vor dem Trauermarsch verteilten Aktivisten des NPD KV Worms und aus der Vorderpfalz mehrere tausend Flugblätter im Westend, um die Bürger über unser Anliegen zu informieren.
Bis 13:00 Uhr waren 150 Nationale Sozialisten aus der Pfalz, Hessen, Rheinhessen und Baden in Worms eingetroffen. Nach einer kurzen Ansprache des Versammlungsleiters nahm der Trauermarsch Aufstellung. Schon hier wollte die Einsatzleitung der Polizei die rechtlich bestätigte Wegstrecke massiv kürzen, da angeblich Autonome im Wormser Westend Blockaden durchführen würden. Das es dieses 100erte von Linksautonomen an diesem Tag in Worms überhaupt nicht gab, war uns zu diesem Zeitpunkt schon bewusst, ließ uns aber schlimmes erahnen. Die Polizeiführung hatte an diesem Samstag, neben einem Polizeihubschrauber, ca. 500 Beamte im Einsatz.

Der Trauerzug setzte sich in Dreierreihen in Bewegung und erreichte ohne Probleme den Karlsplatz im Stadtteil Westend. Dort ließ der Pfaffe der Lutherkirche
die Glocken läuten und hörte erst wieder auf, als nach etwa einer knappen Dreiviertel Stunde der Kundgebungsplatz von der Polizei geräumt wurde. Die auf dem Karlsplatz geplante Zwischenkundgebung war praktisch nicht durchzuführen. Die Polizeiführung weigerte sich den Pfaffen dazu aufzufordern, dass Glockenläuten einzustellen, da es sich hierbei um Ausübung der Religionsfreiheit handeln würde. Eine Anzeige gegen den Pfaffen der Wormser Lutherkirche wird folgen. Außerdem sah sich die Polizeiführung mit ihren mehreren Hunderten Beamten nicht in der Lage die richterlich genehmigte Wegstrecke durchzusetzen, da die imaginären Gegendemonstranten ein Weiterkommen des Trauermarsch unmöglich machen würden. Hier offenbarte sich der staatlich geplante Rechtsbruch a 18. Februar in Worms. Man redete nicht vorhandene gewaltbereite Gegendemonstranten herbei, um die Wegstrecke der nationalen Opposition zu beschneiden. Daraufhin löste der Versammlungsleiter die Veranstaltung auf. Verschiedene Gruppen wollten nun sich per Fuß auf den Heimweg begeben, wurden aber durch brutale Polizeigewalt daran gehindert. Die Polizeikräfte knüppelten unvermindert auf junge Deutsche ein, prügelten wahrlos um sich, traten auf am Boden liegende Frauen ein.
Nach und nach trieben die Einsatzkräfte unter Anwendung brutalster Mittel die Teilnehmer des Trauermarschs Richtung Bahnhof, um diese dann per Zug aus der Stadt zu befördern. Dabei kam es zu einigen Festnahmen. Der Zusammenhalt und Widerstandwillen der nationalen Opposition war hervorragend und so konnte der Mehrzahl polizeilicher Übergriffe entschlossen entgegengetreten werden.
Muster einer Dienstaufsichtsbeschwerde gegen den Polizeieinsatzleiter
Der staatlich geplante Rechtsbruch war an diesem Nachmittag offenkundig und gipfelte in ausufernder Polizeigewalt.
Die Veranstaltungsleitung möchte sich bei allen Teilnehmern des Trauermarsches durch Worms für ihre Entschlossenheit und Zusammenhalt bedanken. Weiterhin blicken wir auf eine gelungen Dresden-Aktionswoche im Südwesten mit vielseitigen Aktionen zurück.
Kein Vergeben, kein Vergessen - Alliierten Kriegsverbrechen
Quelle: Die Versammlungsleitung des südwestdeutschen Aktionsbündnisses "Gegen das Vergessen"